AZ Fius s.p.a.
Stellen Sie sich vor, sie hätten gerade einen Auftrag bekommen, bei dem für die Bearbeitung der Werkstücke Spezialwerkzeuge erforderlich wären. Werkzeuge, die Ihre normalen Lieferanten nicht im Sortiment haben. Versuchen Sie in dieser Situation, die erforderlichen Werkzeuge selbst herzustellen, oder folgen Sie dem Beispiel von immer mehr Unternehmen und wenden sich an einen Spezialisten wie AZ FIUS?
Ein entstehendes Spezialwerkzeug vor der abschließenden Drahterosion.
AZ FIUS s.p.a. hält seit Beginn der 1970er Jahre eine führende Stellung als Hersteller kundenangepasster Spezialwerkzeuge. Diese wurden anfangs aus Hochgeschwindigkeitsstahl (HSS), danach aus Hartmetall und in späteren Jahren auch mit Diamanten (PCD-Schneiden) hergestellt. Das Unternehmen wird von Ivano Colombo (der zweiten Colombo-Generation in der Firmenleitung) geführt und hat etwa 50 Mitarbeiter. Seit letztem Jahr ist der Betrieb in neuen, modernen Räumlichkeiten in Terno d´Isola bei Bergamo untergebracht.
Produktionsleiter Giovanni Opreni erzählt: „In der Fertigungsindustrie hat man es heute mit immer kürzeren Durchlaufzeiten, geringeren Auftragsbeständen und geschrumpften Organisationen zu tun. Diese Faktoren bewirken, dass die Ressourcen für die eigene Entwicklung und Herstellung von Spezialwerkzeugen immer knapper werden. AZ FIUS verfügt über diese Ressourcen, und darüber hinaus über große Erfahrung auf diesem Gebiet. Außerdem können wir kurze Lieferzeiten anbieten – einige Wochen, wenn wir ein neues Werkzeug von Grund auf entwickeln müssen, und innerhalb von 24 Stunden, wenn es um die Nachbestellung eines neuen Satzes eines bereits zuvor hergestellten Werkzeugs geht.“ Nach Meinung von Marketing Manager Giorgio Guandalini hat das Unternehmen seinen guten Ruf nicht zuletzt dieser Lieferschnelligkeit zu verdanken.
Ungefähr die Hälfte aller Aufträge wird in Form von Zeichnungen der gewünschten Werkzeuge eingereicht. Manchmal kommen auch Zeichnungen des Werkstücks, das hergestellt werden soll, und in extremeren Fällen heißt es: „Hier ist der Prototyp des fertigen Produkts, ich habe die und die Maschinen zur Verfügung, geben Sie mir alle Werkzeuge, die ich für eine rationelle Produktion brauche.“

Giovanni Opreni – „Wir verfügen über die erforderlichen Ressourcen und können schnell liefern.“
AZ FIUS fertigt und liefert komplette Werkzeuge – also sowohl die Schneiden als auch die Halter (beispielsweise HSK-Kegel). Diamanten kommen als scheibenförmige Halbfabrikate, aus denen dann Diamantschneiden zur Befestigung auf Fräs- oder Drehköpfen zugeschnitten werden. Die Endbearbeitung der Schneidenform mit Spanbrecher und desgleichen erfolgt in Drahterosionsmaschinen. Es handelt sich hier also um Produktionserosion in sehr kurzen Serien.
Giovanni Opreni erklärt: „Die Endbearbeitung der Schneiden nimmt durchschnittlich 40 Minuten in Anspruch. Früher haben wir so genannte Balken mit Platz für sechs Fräsen eingespannt, aber 2003 installierten wir unseren ersten WorkPal für eine Sodick AQ325 mit B-Achse. Im Jahr darauf kam noch ein WorkPal, und in diesem Jahr installieren wir einen dritten und vierten, ebenfalls für vorhandene Sodick-Maschinen, von denen drei von vier mit B-Achse ausgerüstet sind.“

Eine der automatischen Produktionszellen – WorkPal Compact und Sodick AQ325 nutzen die Nacht.
In der Drahterodier-Abteilung bedienen zwei Leute sieben Maschinen. Im Zweischichtbetrieb während der Woche bringt man es auf etwa 12 Stunden effektive Bearbeitungszeit am Tag, und dazu kommen 7 bis 8 Stunden in der Nacht. Die Roboter-Zellen sind sieben Tage pro Woche im Einsatz und werden von einem Bereitschafts-Mitarbeiter bedient, der an den Wochenenden die Magazine lädt bzw. leert.
„Die Drahterosionsmaschinen nutzen inzwischen auch die Nächte, was von entscheidender Bedeutung für unsere Produktivität ist“, sagt Giovanni Opreni. „Entscheidend ist auch, dass wir jetzt erheblich weniger Betriebsunterbrechungen haben als zu der Zeit, als wir noch mehrere Werkstücke in ein und dieselbe Maschine einspannten und die Drahterosionsmaschine von Werkstück zu Werkstück wandern musste. Sehr wichtig ist auch, dass wir heute Maschinen mit kleineren Maschinentischen anwenden, was ein ganz anderes Preisbild schafft.“
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Entwürfe/Zeichnungen:
WorkPal Compact Servo & Sodick AQ325L
Angewandte Links:
WorkPal Compact Servo
Automation in general